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90 JAHRE ZUFALL

Mit Service überzeugen, mit Leistung verwöhnen

01.08.2018

Vor mehr als 90 Jahren war ein Spediteur kaum mehr als ein Transporteur, der Waren für seine Kunden von A nach B fuhr und gelegentlich regional lagerte. Seither hat sich einiges getan: ZUFALL versteht sich heute als Logistikdienstleister, der seine Kunden durch maßgeschneiderte Prozesse für jede Anforderung mit Leistung verwöhnt. Dazwischen liegt eine spannende Geschichte, in der das Unternehmen frühzeitig Trends gesetzt hat und zudem auf die Wünsche seiner Kunden eingegangen ist, um daraus neue Konzepte zu entwickeln. Die Kooperationen mit anderen mittelständischen Logistikern haben dazu ebenfalls einen wichtigen Beitrag geleistet – vom Deutschen Paketdienst (DPD) bis hin zum Stückgutnetzwerk System Alliance.

Ein Laderaum voll mit gebündelten Zeitschriften, Früchten, Stückgut und eingepackten Hammelhälften: Wer noch in den 60er Jahren einen Blick in einen ZUFALL-Lkw warf, fand darin mitunter eine aus heutiger Sicht merkwürdige Zusammenstellung von Waren. „Dass Lebensmittel auf einer normalen Wechselbrücke transportiert werden, ist heute nicht mehr vorstellbar, damals war es gang und gäbe“, erinnert sich der ehemalige Leiter des Umschlaglagers Achim Liehr aus Göttingen in der ZUFALL-Biografie: „Es wurde einfach alles gefahren.“ Wichtig war vor allem, dass die Waren schnell und sicher am Bestimmungsort ankamen. An dieser grundsätzlichen Philosophie hat sich seit der Gründung des Unternehmens nichts geändert. Aber die Dienstleistungen und deren Qualität wurden seither immer wieder auf den Prüfstand gestellt – und zwar lange bevor es einen institutionalisierten Prozess dazu gab. Dazu war es zum Beispiel wichtig, enger mit den herstellenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen, um die Logistikprozesse schrittweise zu optimieren. Dr. Gerhard Müller beschreibt in der ZUFALL-Biografie die Denkweise während der 60er und 70er Jahre wie folgt: „Den Logistiker von heute gab es ja in der Industrie noch nicht. Dort dachte man bis ans Ende des Herstellungsprozesses und hat ihn optimiert, hat auch seine Produkte in die ganze Welt verkauft, aber wie sie da hinkamen, das hat die Wirtschaft nicht wirklich beschäftigt.“

Vom Spediteur zum Logistikdienstleister

Mit der zunehmenden Internationalisierung des Handels wird jedoch genau dieser Aspekt immer wichtiger, um sich gegen den Wettbewerb durchzusetzen. Der Dialog mit den Kunden wird immer enger. Die Logistik entwickelte sich in der Folge vom reinen Transporteur zum Dienstleister, dessen Kompetenz immer wertvoller für Unternehmen wird. Und noch bevor Produkte „made in Germany“ weltweit im großen Stil nachgefragt waren, erkennt der ehemalige Gesellschafter Gerhard F. Müller die Bedeutung einer eigenen Seefrachtabteilung für den Im- und Export. In der Hansestadt gründet das Unternehmen 1960 seine erste eigene Seefrachtabteilung. Zehn Jahre später entsteht dort mit NAVIS-ZUFALL eine Seehafenspedition für den überseeischen Im- und Export. Mit ihr können Unternehmen nun ihre Bestellungen aus China einschließlich des Transports bis zum eigenen Lager und aller Zollformalitäten von dem Logistikexperten koordinieren und durchführen lassen – eine enorme Entlastung. 

Daneben gewinnt auch die Luftfracht kontinuierlich an Bedeutung. Nur ein Jahr nach der Einrichtung eines täglichen Linienverkehrs zum Flughafen Frankfurt 1966 wird ZUFALL zum Agenten für die International Air Transport Association (IATA) bestellt. Und auch hier übernimmt der Logistiker auf Wunsch die gesamte Zollabwicklung sowie die konsularischen Beglaubigungen bei Sendungen in Drittländer. Das Agentennetzwerk wird damit auch international immer engmaschiger – heute ist ZUFALL an allen wichtigen Handelsplätzen vertreten.

Weil der Logistiker seine Geschäftsbereiche eng miteinander verzahnt hat, kann er seine Kunden optimal bei der Planung und Umsetzung ihrer gesamten Supply Chain unterstützen.Dazu gehört auch die Kontraktlogistik als komplexes Bindeglied zwischen Produktion und Absatz, sie hat sich seit dem neuen Jahrtausend zu einer festen Säule des Unternehmens entwickelt. Sehr differenzierte, kleinteilig gefüllte Lager wie zum Beispiel Distribo in Göttingen zeigen, das sich damit eine immense Produktivitätssteigerung für den Kunden erreichen lässt, der sich nunmehr ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. „Die Kontraktlogistik ist nach wie vor eines unserer wichtigsten Wachstumsfelder“, erklärt ZUFALL-Geschäftsführer Jürgen Wolpert. 

Neue Kooperationen entstehen 

Zusammen mit weiteren Speditionen, mit denen ZUFALL freundschaftlich verbunden ist, entsteht 1976 der erste private Paketversand der Bundesrepublik: der Deutsche Paketdienst (DPD). Johannes Vollmer, seit der Gründung des DPD bis 2014 in der Geschäftsführung des Paketdienstleisters, erinnert sich: „Qualität zu erreichen kostet zunächst richtig Geld, aber der Einsatz zahlt sich aus. Den Kunden interessiert nicht, warum ein Verladefehler passiert ist, er interessiert sich nur dafür, dass mit seiner Sendung schlicht und einfach kein Verladefehler unterläuft. Daran wird täglich gearbeitet, und das haben wir hinbekommen, darauf können wir stolz sein.“

Aus regelmäßigen Sonderlieferungen für Landmaschinen, um beispielsweise Mähdrescher während der Erntezeit so schnell wie möglich wieder einsatzbereit zu machen, entstand 1993 eine andere Geschäftsidee: Night Star Express. Der Nachtexpress-Dienstleister holt Waren am frühen Abend ab und liefert sie in der Nacht bis zum frühen Morgen garantiert dorthin, wo sie dann sein sollen, vom Briefumschlag über Bremstrommeln bis zum Karosserieteil. Das Konzept wird zum Erfolgsmodell.

Zehn Jahre nach der Gründung des DPD geht ZUFALL eine weitere wegweisende Kooperation ein: 1986 gehört der Logistiker zu den Gründungsmitgliedern des deutschlandweiten Stückgut-Express-Netzwerks SystemGut, aus dessen Zusammenschluss mit der Forschungskooperation Fortras 2001 die System Alliance hervorgeht. Hier bündeln die Mittelständler ihre Sendungsmengen und einigen sich auf einheitliche Servicestandards. Weil die Verkehre außerdem stärker zeitgetaktet sind, werden die Abläufe kontinuierlich systematisiert und optimiert. Die Kommunikation mit den Kunden wird dabei immer wichtiger. „Spedition ist und war immer schon ein sehr kommunikatives Geschäft“, berichtet Holger Hamperl, Bereichsleiter Kundenberatung bei ZUFALL Fulda. Er ist seit 1988 im Unternehmen tätig und erinnert sich gut an die Situation Ende der 80er: „Wir haben unsere Kunden natürlich auch damals schon mit Informationen zu ihrer Sendung versorgt. Aber das war weit aufwändiger als heute. Da musste ein Fahrer mitunter noch aus einer Telefonzelle anrufen, Handys und Internet gab es ja nicht.“ Der Servicegedanke und die Kundenorientierung waren schon sehr ausgeprägt – es fehlte nur noch die richtige Form, um sie unternehmensweit zu institutionalisieren.

Das KundenVerwöhnProgramm

Jürgen Wolpert erklärt die Intention dazu folgendermaßen: „ZUFALL wollte nicht dabei stehenbleiben, dass uns der Kunde seine Sendung nur aufgrund eines guten Preises gab. Wir wollten, dass der Kunde mit keinem zufriedener ist als mit uns. Und das ist für uns auch heute noch der Maßstab.“ Aus dieser Idee entstand das KundenVerwöhn-Programm (KVP). Im Kern zielt es darauf ab, die Mitarbeiter dazu zu motivieren, selbst unternehmerisch zu denken und zu handeln. Sie dazu zu bringen, eigene Entscheidungen auch auf die Gefahr hin zu treffen, mal einen Fehler zu machen. „Wir heben uns damit von anderen Logistikdienstleistern ab und können unseren Kunden gelegentlich sogar mehr bieten, als ihnen versprochen wurde. Das spiegeln sie uns regelmäßig in unseren jährlichen Kundenzufriedenheitsbefragungen​​​​​​​​​​​​​​ wider“, erklärt Jürgen Wolpert. Damit etabliert der Logistiker eine besondere Kundennähe, die ihm ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Dazu zählt auch ein zentraler Ansprechpartner für alle logistischen Fragen. „Das hat richtige Aha-Erlebnisse bei unseren Kunden ausgelöst“, erinnert sich Holger Hamperl. Andrea Sebesse, Abteilungsleiterin Kundenservice bei ZUFALL Göttingen, erklärt: „Viele Leistungen und Services sind mit der Zeit selbstverständlich geworden, was natürlich den Bedarf nach mehr weckt. Mit dem KVP haben wir ein selbstlernendes System entwickelt, das uns dabei hilft, auch künftig den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden und sie dabei stets mit Leistung zu verwöhnen.“ Das unterstreicht Jürgen Wolpert: „Wir wollen uns auch in Zukunft gemeinsam mit unseren Kunden weiterentwickeln und logistische Prozesse optimieren. Denn anders als vor 50 Jahren hängt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen heute ganz wesentlich davon ab, wie effizient die Logistik arbeitet.“