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ZUFALL logistics group

Immer auf der Höhe der Zeit

28.11.2018

Logistik und technologische Entwicklung gehören für ZUFALL untrennbar zusammen: Seit 90 Jahren setzt das Familienunternehmen auf technische Neuerungen, um sein Geschäft und die Prozesse seiner Kunden zu optimieren – vom Fuhrpark über die Lager- bis hin zur Informationstechnik. Um nachhaltig mit Leistung zu verwöhnen, richtet der Logistikdienstleister seinen Blick stets nach vorn – aktuelle Entwicklungen wie die Einführung eines zukunftsfähigen Transport-Management-Systems (TMS) sind ein gutes Beispiel dafür. Begonnen hat alles allerdings recht bescheiden: mit wenigen Fahrzeugen und viel Handarbeit.

 

Mit genau zwei Pferdestärken und einem offenen Fuhrwagen transportierte ZUFALL Fulda Ende der 40er Jahre Sendungen zum städtischen Bahnhof. Der eigene Fuhrpark startete erst Anfang der 50er in Form eines altgedienten Opel Blitz, der immerhin 3,4 Tonnen Nutzlast befördern konnte. Auch an den übrigen Standorten begann nach dem Krieg der mehrjährige Wiederaufbau. Dazu gehörten Investitionen in einen zeitgemäßen, eigenen Fuhrpark. Fahrzeuge von Henschel, Kaelble, Hanomag und Magirus bewältigten die ersten innerdeutschen Touren für das Familienunternehmen. Alle Laster mussten vor der Anschaffung von den jeweiligen Landratsämtern genehmigt werden. Geeignete Fahrer zu finden war damals – anders als heute – dagegen kein Problem.

Praxistests mit alternativen Antrieben

Für die Anschaffung neuer Fahrzeuge regelt eine unternehmensweite Vorgabe, dass aktuelle Emissions- und Verbrauchswerte wie die nach Euro 6 eingehalten werden. Dabei richtet das Familienunternehmen seinen Blick auch in die Zukunft des Transportgewerbes. Besonders im Nahverkehr besteht diese laut übereinstimmender Meinung zahlreicher Experten in elektrisch betriebenen Verteilerfahrzeugen. Deshalb hat sich ZUFALL an dem Feldversuch „EMOLSE“ beteiligt und ein 18-Tonnen-Fahrzeug des Schweizer Herstellers E-Force im Alltagsbetrieb auf Herz und Nieren geprüft. Das Fazit: „Aktuell ist der Elektro-Lkw als Verteilerfahrzeug für uns noch keine wirtschaftliche Alternative. Wir werden die Technologie aber weiter testen, um nützliche Erfahrungen mit den Elektroantrieben zu sammeln“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Peter Müller-Kronberg. In Göttingen setzt ZUFALL einen Street-Scooter für die Innenstadtbelieferung ein. Das in Deutschland produzierte Elektrofahrzeug hat eine Reichweite von rund 80 Kilometern und kann über 900 Kilogramm zuladen. Darüber hinaus stellt das Familienunternehmen den Pkw-Fuhrpark sukzessive auf umweltfreundliche Antriebstechnologien um. Derzeit sind gut drei Prozent der 200 Firmenwagen mit alternativen Antrieben unterwegs. ZUFALL strebt innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Quote von mindestens 20 Prozent an.

Rechtzeitig in die IT-Infrastruktur investieren

Dass Lkw unverzichtbar werden, zeichnete sich spätestens in den Wirtschaftswunderjahren ab. Bei Computern war das weit weniger offensichtlich. Trotzdem nutzte ZUFALL bereits Ende der 60er Jahre die neue Technologie für sich. „Ein Computer war damals ein größerer Taschenrechner und eine schnellere Schreibmaschine“, erinnert sich Arno Ringer in der ZUFALL-Biografie. Er baute die EDV-Abteilung des Logistikers auf und blieb bis zur Jahrtausendwende deren Leiter. Zunächst nutzte das Unternehmen die IBM-Rechenanlage eines befreundeten Lebensmittelgroßhändlers. Anfang der 70er wurde dann der erste eigene Computer der Firma Nixdorf in Göttingen eingesetzt. Dr. Gerhard Müller hatte die Bedeutung des elektronischen Helfers erkannt: Er konnte Speditionsaufträge schneller erfassen, Frachtkarten automatisiert drucken und Frachttarife gemäß einem programmierten Entfernungswerk berechnen. Was heute selbstverständlich ist, war damals eine echte Revolution. Denn es ermöglichte dem Logistikunternehmen, seinen Kunden gegenüber besonders schnell auskunftsfähig zu sein. Mit dem besonderen Augenmerk auf die Kundenorientierung baute ZUFALL seine IT-Abteilung sukzessive weiter aus. Systeme, die besonders ausfallsicher sein müssen, hat das Unternehmen zu einem externen Dienstleister ausgelagert. Nur ein kleiner Teil von Anwendungsprogrammen läuft weiterhin auf Servern in Göttingen. „Wir wollen bestimmte Bereiche auch künftig in eigener Verantwortung behalten und das damit zusammenhängende Know-how unserer Kollegen im Unternehmen halten“, erklärt IT-Leiter Franco Labella. Zusammen mit seinem Team arbeitet er derzeit an der Frage, wie der Arbeitsplatz eines Logistikers in fünf Jahren aussehen wird. „Wir prüfen zum Beispiel, ob dann noch auf allen Schreibtischen Telefone stehen müssen, oder ob wir Gespräche mithilfe von Voice-Chats auch anders führen können.“ Mit seiner langjährigen IT- und Logistikerfahrung zeigt er sich überzeugt: „ZUFALL ist insgesamt gut für die Zukunft aufgestellt.“ Das beweist nicht zuletzt das neue TMS, das Prozesse besser visualisiert und ein agileres Arbeiten erlaubt.
 

Lagertechnik

Nicht nur der Fuhrpark, auch die Lagertechnik hat sich in 90 Jahren komplett verändert. Eine der wichtigsten Innovationen waren Hochregallager, die in Deutschland erstmals in den 60ern gebaut wurden. Eine Lagerung in die Höhe erforderte in der Folge auch weitere technische Hilfsmittel wie Flurförderzeuge, mit denen sich die hohen Regale ein- und ausräumen ließen. Trotzdem blieb ein bereifter Klassiker bis zu Beginn der 90er Jahre die erste Wahl, um Güter in Lagern zu bewegen. „Damals wurden Waren hauptsächlich lose angeliefert, transportiert und gelagert. Um Sendungen zu kommissionieren, haben wir Kartons mit Sackkarren zu Sammelpunkten geschoben. Einheitliche Ladungsträger waren noch nicht verbreitet. Darum hatten wir in Fulda nur einen Gabelstapler, dafür aber 40 Handhubwagen“, erinnert sich Damian Loska, Abteilungsleiter Umschlag bei ZUFALL Fulda und seit 1989 im Unternehmen.
Zusammen mit seinen Kunden entwickelte sich ZUFALL weiter: Mehr palettierte Ware zog weitere Flurförderzeuge nach sich, mit denen sich stapeln oder Langgut transportieren ließ. Heute sind alle Fahrzeuge in der Umschlaghalle elektrisch betrieben und die Sackkarre hat längst ausgedient. Neue Klammerstapler transportieren Kühlschränke, Waschmaschinen oder sperrige Filzballen sicher und schadenfrei. Und auch in der Halle spielen mittlerweile Energiemanagement und Umweltaspekte eine wichtige Rolle. Derzeit richtet ZUFALL für alle Stapler sogenannte Hochfrequenz-Ladestationen ein, die kürzere Ladezeiten ermöglichen. In Fulda sind rund 80 Prozent der Anlagen bereits umgerüstet. Auch der Einsatz moderner LED-Technik statt Leuchtstoffröhren für die Beleuchtung der großen Hallen spart tausende Kilowattstunden pro Jahr.
Die Lagertechnik der Zukunft hält jedoch noch weit mehr bereit. Mike Vetter, Zentralleiter Logistikplanung und Tendermanagement, berichtet: „Für einen Technologiekonzern betreiben wir beispielsweise ein vollautomatisches Kleinteilelager. Hier lagern zahlreiche Einzelkomponenten platzsparend in Behältern, die computergesteuert ein- und ausgefahren werden und damit die Arbeit der Kollegen in der Kommissionierung unterstützen.“ An anderen Standorten kommen die Kommissionierer ganz ohne Scanner und Papier aus. Beim sogenannten Pick by Voice erhalten sie gesprochene Anweisungen vom Lagerverwaltungssystem über ein Headset und bestätigen diese. „Das ermöglicht ein effizienteres Arbeiten und eine geringere Fehlerquote“, erklärt Mike Vetter. Die technischen Hilfsmittel sollen zeitaufwendige Handarbeit erleichtern oder sogar ganz übernehmen. Aktuell testet der Logistiker an einem Standort sogar eine Inventur per Drohne sowie 3D-Simulationssoftware, um Lagerstrukturen zu optimieren. Der Logistikmanager ist überzeugt: „Was wir heute vielleicht noch als technische Gimmicks bezeichnen, wird uns in Zukunft dabei helfen, die Herausforderungen des Fachkräftemangels zu bewältigen.“ Er ergänzt: „Wir prüfen immer, welche technischen Lösungen für die Anforderungen unserer Kunden am besten geeignet sind, und stellen uns darauf ein.“

Veränderung als Dauerzustand: Das Z-LAB – lernen, forschen, ausprobieren

Der Logistik als Lebenselixier der Wirtschaft kommt in der Digitalisierung eine besondere Bedeutung zu: Sie muss vorangehen. Die ZUFALL logistics group begegnet dieser Herausforderung mit dem Aufbau einer eigenen Zukunftswerkstatt: dem Z-LAB.
Mit dem Z-LAB entsteht in der ehemaligen Speditionsimmobilie Hermann Weber ein neuer lebendiger Ort des Austauschs mit verschiedenen Arbeits- und Nutzungsmöglichkeiten: Projekt- und Seminarräume, Gemeinschaftsflächen, Einzelbüros, Werkstätten sowie Lager- und Simulationsbereiche. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen und dürfen das neue Z-LAB nutzen, um Ideen zu entwickeln und neue Projekte voranzutreiben. Ein Fokus liegt dabei im Experimentieren mit Technologie und Digitalisierung. Gleichzeitig sollen neue Formen und Räume für die Zusammenarbeit entwickelt werden. Das erlangte Wissen, erlernte neue Ansätze und Lösungen sollen in die ZUFALL logistics group am jeweiligen Standort und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden eingebracht und unserem gemeinschaftlichen Wissenspool beigesteuert werden.