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Berufskraftfahrer

Unsere Visitenkarte beim Kunden

Ihre Arbeit beginnt vor Sonnenaufgang, dann folgen ewiges Im-Stau-Stehen und ganz viel Stress: Das Bild von Berufskraftfahrern ist oft von negativen Vorurteilen geprägt, Begriffe wie Kollegialität, Selbstverantwortung, Herzblut und Spaß fallen eher selten. Es wird Zeit, mit den Vorurteilen aufzuräumen, denn Fahrer sind die Visitenkarte bei den Kunden der ZUFALL logistics group. Und der sichtbare Beleg dafür, dass die Bausteine „überzeugende Logistikleistungen“ und „persönliche Kundenbetreuung“ aus der Unternehmensstrategie GUT tatsächlich gelebt werden. Um herauszufinden, wie der Arbeitsalltag der fahrenden Fachkräfte mit den blauen ZUFALL-Jacken wirklich aussieht, haben wir zwei von ihnen einen Tag lang begleitet.

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, Birte Schilinski steht in der riesigen Umschlaghalle in Göttingen zwischen tausenden verpackten Paletten, Kisten und Gitterboxen. „Sagt doch bitte Birte zu mir, wir duzen uns hier alle“, begrüßt sie uns lächelnd und blättert weiter in der heutigen Ladeliste. Auf fünf Seiten stehen alle wichtigen Informationen zu den Sendungen, die die 27-Jährige gleich auf ihren Lkw verladen wird. Birte überfliegt die Posten und stellt sich im Kopf ihre Route zusammen, dann surrt sie mit der elektrischen „Ameise“, wie der Hubwagen „auf der Halle“ genannt wird, los und sammelt die entsprechenden Paletten in der richtigen Reihenfolge ein.

 

Mit dem Herzen dabei

Während sich in Göttingen die Ladefläche des Motorwagens füllt und Birte ihren Anhänger ankoppelt, beginnt in Fulda der Arbeitstag von Carsten Krause. Der 45-Jährige fährt heute die Stadttour und kann erst dann starten, wenn bei den Kunden geöffnet ist. Daher hat er sich erst einmal in der Kantine einen kostenlosen Morgenkaffee geholt und bespricht jetzt seine Ladeliste mit Anna-Lena Auth. Die Disponentin geht mit ihm die einzelnen Posten durch und erklärt, wo es spezielle Anlieferungszeiten gibt und bei welchem Kunden Sendungen abgeholt werden sollen. Dann macht sich auch Carsten an das Beladen seines 12-Tonners. Er freut sich auf die Tour durch die osthessische Domstadt, denn er kennt die Route seit zwei Jahren – und alle Mitarbeiter an der Rampe der Kunden mit Vornamen. Schon beim Einfahren auf den Hof der ersten Abladestelle wird er fröhlich winkend begrü.t und plaudert beim Entladen der Paletten über Gott und die Welt. Auf dem Weg zum nächsten Kunden gerät Carsten ins Schwärmen: „Ich habe in diesem Job endlich mein Glück gefunden, seit Jahren wollte ich schon Fahrer werden, aber mir fehlte immer der Führerschein für die größeren Fahrzeuge.“ So begann der fröhliche Hesse zunächst als Taxifahrer, wurde dann Kurierfahrer, bis er in ZUFALL einen Arbeitgeber fand, der die Kosten für die Aufwertung des Führerscheins und den Erwerb des Gefahrgutscheins übernahm. „Man muss schon mit dem Herzen bei diesem Job sein, sonst hört man nach wenigen Monaten schon wieder auf“, erklärt Carsten.

 

Durch Fahrerbindung zur Kundenbindung

Damit möglichst viele Fahrer dem Unternehmen lange Jahre erhalten bleiben, haben sich die einzelnen ZUFALL-Standorte einiges einfallen lassen: Nicht nur kostenloser Kaffee oder Obstkörbe werden gerne angenommen, auch Maßnahmen für die Work-Life-Balance gehören dazu. So können die Fahrer des Verteilerverkehrs eher in den Feierabend gehen, seitdem das Entladen der Lkw am Nachmittag von Umschlagmitarbeitern übernommen wird. Dass sie fester Bestandteil der ZUFALL-Familie sind, merken die Fahrer, wenn sie beispielsweise mit ZUFALL-Gesch.ftsführer Jürgen Wolpert ins Gespräch kommen, der während einer internen Weiterbildung die Unternehmensstrategie „GUT“ vorstellt.

 

Flexibilität statt Eintönigkeit

Auch Birte weiß, was sie an ihrem Beruf hat: „Den ganzen Tag in einem Büro sitzen, das Carsten Krause stimmt seine Ladeliste mit der Disponentin Anna-Lena Auth ab liegt mir nicht.“ Nachdem sie sich in ihrem erlernten Beruf als Pferdewirtin nicht mehr wohl fühlte, fiel ihre Wahl zunächst auf eine Stelle als Zustellerin bei einem Paketdienst. Als sie ein halbes Jahr Päckchen und Pakete ausgeliefert hatte, bot ihr der Arbeitgeber an, den CE-Führerschein neben dem Job zu machen. „Das hat eine Weile gedauert, ich musste insgesamt 140 Theoriestunden belegen. Aber es hat sich gelohnt“, freut sich Birte und fährt nun seit vier Jahren mit dem 40-Tonner durch Niedersachsen. Bereits seit zwei Jahren führt ihre Route auch durch das Industrie- und Gewerbegebiet Bassgeige in Goslar. Dabei sind die örtlichen Gegebenheiten so unterschiedlich wie die Ladung: Bei einem Kunden mit einer Lieferung Fässer muss sie 100 Meter rückw.rts durch ein enges Tor manövrieren, bei der nächsten Firma verstellt eine abgestellte Wechselbrücke die Einfahrt. Birte schaut immer wieder zur Uhr, die Zeit drängt, bis halb elf will sie bei einer bestimmten Adresse sein, denn sonst ist dort erst einmal eine halbe Stunde Pause. Beim Kunden ist von diesem Stress nichts zu merken, Birte scherzt mit allen und bugsiert die beladenen Paletten bis in den Wareneingang.

Das Handy klingelt und bringt Erleichterung bei der Zeitplanung: Kollege Gerd ist heute schnell mit seinen Auslieferungen durchgekommen und hat noch Platz auf seinem Lkw. „Kannst du Hilfe gebrauchen?“, fragt er die Kollegin – und die nimmt das Angebot gerne an. Ein kurzer Anruf bei der Disposition von ZUFALL, und schon sind einige Stopps von Birte auf Gerds Route gebucht. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander“, berichtet die Fahrerin und erklärt: „Wir fahren jetzt schon lange gemeinsam in der Region Goslar und sehen die Gegend als unser gemeinsames Revier an.“

 

Für alle Bedingungen gerüstet

Dass das Berufsbild des Lkw-Fahrers im Verteilerverkehr viel mehr verlangt als das reine Fahren, möchte auch Kathrin Fehler, Abteilungsleiterin Nahverkehr bei ZUFALL Fulda, gerne vermitteln: „Unsere Fahrer müssen so viel beachten und bedenken, das Berufsbild sollte ein viel besseres Image haben“, fordert sie und erklärt: „Weil auch ausgebildete Fahrer sich nicht einfach in einen ZUFALL-Lkw setzen und losfahren können, werden neue Kollegen eine Woche lang von erfahrenen Fahrtrainern begleitet und unterstützt. Ein solcher Trainer hilft zum Beispiel bei der Orientierung hier am Standort, erklärt die Bedienung des mobilen Datenerfassungsgeräts, mit dem alle Sendungen gescannt werden, und fährt auch die neue Route mit ab.“

 

Auf jeder Tour gibt es immer wieder neue Bedingungen, so wie bei der Firma chemitas, wo eine Abholung auf Birte wartet. Routiniert lenkt sie ihren Lkw auf die Einwaage und stoppt, bis das Einfuhrgewicht ermittelt wurde und ihr eine Ampel die Weiterfahrt signalisiert. Die Waren des Chemieunternehmens unterliegen besonderen Auflagen beim Handling. Markus Schwalenberg, Head of Transport Management bei chemitas, erklärt: „Es ist notwendig, dass alle unsere Sicherheitsstandards eingehalten werden. Mit ZUFALL und den Fahrern ist es ein eingespieltes Zusammenarbeiten. Unsere Lagermitarbeiter wissen, wann der Fahrer ankommt, und können sich darauf verlassen, dass alles funktioniert.“ Während er spricht, klebt Birte Strichcodes auf jede Palette und die dazugehörigen Lieferscheine. „Damit können die Packstücke im weiteren Transport immer identifiziert werden. Indem ich das jetzt schnell labele, kann ZUFALL später besser mit der Ladung arbeiten und es geht schneller“, erklärt die Fahrerin und gibt dem Kommissionierer Michael Weigand Zeichen, welche Lieferung schon fertig zum Einladen ist.

 

Eine Hand hilft der anderen

Carsten ist inzwischen in einer kleinen Gasse in der Fuldaer Innenstadt angekommen und liefert dort Hi-Fi-Geräte für einen Händler aus. Die vier Europaletten, auf denen die Lautsprecher und Verstärker noch gut verpackt stehen, muss Carsten gleich wieder mitnehmen, kurzerhand schnappt er sich die Kartons und trägt sie vor den Eingang des Geschäfts. „Ich müsste jetzt nicht mit abladen“, erklärt er fast entschuldigend, „aber ich stehe hier doch mitten auf der Straße. Und wenn ich mithelfe, geht es schneller und der Kunde freut sich.“ Mit anpacken, das ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, denn dass die Fahrer die Visitenkarte von ZUFALL sind, das ist für ihn klar: „Wenn ein Unternehmen mehrmals hintereinander schlechte

Erfahrungen mit einem Fahrer von ZUFALL macht, dann sieht doch gleich auch die Arbeit der Kollegen schlecht aus. Ich mache also immer auch etwas Werbung für unser Unternehmen.“ Wenn es nach Jörg Maaß von JUMO, einem Spezialisten für industrielle Sensor- und Automatisierungstechnik, geht, dann ist Carsten ein Werbebotschafter par excellence: „ZUFALL ist unser Hoflieferant, seit ich denken kann“, schmunzelt der Gruppenleiter Versand, während er mit Carsten die Lieferung und Abholung für heute durchgeht. „Die Fahrer wissen, wie sie mit unseren Waren umzugehen haben, und sind immer freundlich. So muss eine geschäftliche Partnerschaft aussehen“, ruft er noch und geht dann zu Carsten, um mit ihm die letzten Pakete in den Lkw zu laden. Man hilft sich, es ziehen ja alle an einem Strang. Und während Carsten zum letzten Mal für heute die Ameise auf seiner Ladefläche sicher festzurrt und Birte sich noch eine Tasse Tee vor der Fahrt zurück nach Göttingen einschenkt, wird klar: Diese fleißigen, flexiblen und meistens gut gelaunten Berufskraftfahrer sind die beste Visitenkarte, die sich ein Unternehmen wünschen kann …